Ratte mit Handtasche

RATTE MIT HANDTASCHE | rat with handbag
KIM OKURA, Wien 2016

70 x 90 cm Mischtechnik auf Leinwand
Bild gerahmt, Schattenfugenrahmen weiß, gesamt: 74 x 94 cm

Acryl, Kohle, Ölpastellen, AT: Fly with me to the moon
WZ: SURREAL STORIES | OKURA ROT

Ratte mit Handtasche kim okura vienna kokvie
rat with handbag 90x70cm, 2016 kim okura vienna kokvie

RATTE MIT HANDTASCHE
ARBEITSTITEL: FLY WITH ME TO THE MOON

Das Bild erzählt von einer Ratte und ihrer Reise zum Mond. Fesch ist sie, im sexy lebendigen Okura-Rot. Die Ratte hat ihre Handtasche dabei – und ihren exorbitant teuren Gürtel. Sie will zum Mond, denn sie denkt, dort hat sie dann ein schönes Leben. Dabei ist es am Mond auch nicht besser. Dort schlagen Bomben ein und es gibt komisch anzusehende Gestalten. Und ein Gefängnis.

Das alles sieht sie nicht. Sie sieht nur das schöne helle Weiß, das sie für gut hält. Weil sie das so kennt. Vom gar so tollen Mond, ist sie richtig geblendet. Er ist zwar weit weg – aber sie will dorthin. Die Mondkrater erinnern sie an eine Erdbeere. Außerdem will sie ja unbedingt weg von dem Gefängnis, in dem sie sich befand. Das ist für den einen offensichtlich, für den anderen nicht.

Der sieht nur eine schön dekorative Designer-Wandverkleidung. Für die Ratte sind das aber Gitterstäbe, hinter denen sie sich früher eingesperrt sah. Entsetzlich war es. Das Erlebte nimmt sie schon noch ein wenig mit. Braun. Aber am Mond wird es dann ja besser.

Die Sträflingskleidung hat sie abgelegt und zurückgelassen. Die Handtasche – mit all den ach so wichtigen Dingen, mitgenommen. Wie auch den Gürtel. Der war ja sauteuer!
Warum er teuer war? Zum einen das Logo! Das sieht man doch. Und zum anderen die Handarbeit. Der Gürtel ist teilweise schon richtig mit ihr verwachsen. An der Stelle, an der er mit ihr verwachsen ist, schimmert ein ganz wenig Grün durch. Das Bauchgefühl? Die Hoffnung?

Der Mond blutet – oder doch nicht? Ist Rot das Menschliche? Das Leben? Ist es woanders vielleicht gar nicht besser, sonder nur anders? Die Ratte glaubt auf jeden Fall, dass sie es am Mond schöner haben wird. Sie hört nicht in sich hinein. Sondern fliegt zielstrebig, inklusive dem ganzen Ballast, durch das Weltall, Richtung Mond.

Apropos Mond. Die Mondbewohner, wie sehen die denn aus? So ein bisschen wie die Massai? Hochgewachsen, dünn und anders. Sie haben irgendwas in der Hand. Stäben vielleicht? Oder Waffen? Man sieht es nicht gut. Sie sind ja weit weg.

Übrigens, ist das tatsächlich eine Handtasche? Oder ist das vielleicht eine halboffene Tür – in eine ganz andere Richtung?